Social Prototyping

The social side of prototyping

Archiv für Teamarbeit

No (social) prototype? No meeting!

Seit einigen Jahren lebe ich einen wesentlichen Grundsatz für Meetings: “Never attend a meeting without a social prototype.” D.h., ich versuche zu jedem Treffen mit Kollegen und Kunden die Themen der Agenda auf Basis visueller Artefakte (z.B. Skizzen, Excel-Sheets, Modelle, Prototypen) zu diskutieren. Warum?

Diskussionen auf Basis visueller Artefakte sind in der Regel sehr fokussiert und sehr effizient (und ohne, dass es jemand bemerkt, woran es liegt). Man kann sehr schnell den Diskussionsstand zu einem Thema zeigen, Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in den Auffassungen der Teilnehmer aufdecken sowie weitere Aufgaben identifizieren und verteilen. “Soziale” Prototypen sollten daher fester Bestandteil jeder Meetingkultur sein. Für die Vorbereitung auf ein Meeting ist es daher wichtig, sich nicht nur eine Agenda zu überlegen, sondern auch, auf Basis welcher Modelle, Prototypen & Co. die Themen der Agenda adäquat diskutiert werden können. Ein entsprechendes Notizblatt für Meetings kann dabei helfen.

Probieren Sie es doch einfach aus?

- Bernhard Doll

Literatur zu Social Prototyping

Über die Wechselwirkung von Prototyping auf unterschiedliche Formen sozialer Interaktionsprozesse (z.B. Kommunikation, Koordination, Kohäsion) wurde in der praktischen wie wissenschaftlichen Literatur schon viel veröffentlicht. Eine systematische Auflistung einer Vielzahl dieser Veröffentlichungen findet sich in dem Buch “Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse” von Bernhard Doll, der hier geladen werden kann.

Doll, B. (2009): Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse, Wiesbaden: Gabler Verlag.

Buch hier bestellen…

Figural Serious Play

In einer empirischen Arbeit, die im Rahmen des letztjährigen Praxisseminars “Innovationsdesign” an der Universität Erlangen-Nürnberg entstanden ist, zeigt Nicole Schleicher auf eindrucksvolle Weise, wie haptische Modelle und Prototypen Einzel- und Gruppenarbeit bei Innovationsprojekten unterstützten können. Interessant ist dabei, dass sie diese Erkenntnisse auf therapeutische Ansätze im aufstrebenden Feld der Gestalttherapie überträgt und auf ihre Anwendbarkeit überprüft. Sie nennt die Verwendung von Modellen und Prototypen in diesem Kontext “Figural Serious Play”.

Bei Interesse an dieser Arbeit stelle ich gerne den Kontakt zur Autorin her…

Echte Teamarbeit kann gefährlich sein!

Seit mehr als 20 Jahren predigt die Forschung, dass für die Entwicklung von Innovationen „echte“ Teamarbeit ein Schlüssel zum Erfolg ist. Die Praxis sieht leider anders aus: In vielen Unternehmen arbeiten keine Teams, sondern Gruppen, die schlicht für die Organisation von Spezialisierung und Arbeitsteilung in Unternehmen installiert werden und rein auf Effizienz getrimmt sind. Echte Teams verfügen jedoch, über eine eigene Identität, eine eigene Arbeitskultur und eigene Teamziele mit geteilter Verantwortlichkeit für kollektive Arbeitsergebnisse. Katzenbach/Smith (1993) formulieren dies so: „A team is a small number of people with complementary skills who are committed to a common purpose, set of performance goals, and approach for which they hold themselves mutually accountable.“ Ein Team ist also ein Konstrukt, welches (mehr oder weniger) „alles“ hat, was eine selbstständige Organisation braucht. Es ist also in einem betrieblichen Kontext eine Organisation in der Organisation.

Doch warum sollte ein etabliertes Unternehmen Teams als eine quasi selbstständige Organisation in sich selbst zulassen? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin ein großer Verfechter von Teams und Teamarbeit und forsche und lehre selbst auf diesem Gebiet. Doch es gibt auch Schattenseiten der Teamarbeit, die nur selten diskutiert werden: Z.B. gerade wenn in Unternehmen eine Gruppe von Menschen sich zu einem echten Team entwickelt, besteht die Gefahr, dass das Team nicht mehr durch hierarchische Autorität kontrollierbar ist. Das Team geht seinen eigenen Weg und baut sich seine eigene Vision auf, die oftmals mit der des Unternehmens, für das die Teammitglieder eigentlich arbeiten, in Konkurrenz steht. Und es ist oft nicht schwer, als kleines Team eine Vision zu bauen, die für die Teammitglieder (auf den ersten Blick) faszinierend klingt.

Doch es widerspricht dem Mechanismus zur evolutionären Selbsterhaltung eines Unternehmens, dass es wirklich selbstständige Organisationen in der Organisation zulässt. Gegen diesen Mechanismus zu arbeiten – der übrigens nicht mit der formulierten Mission, Vision oder Strategie eines Unternehmens zu verwechseln ist – ist ein Kampf, den es sich als Mitarbeiter nur selten zu kämpfen lohnt. Wenn es dann dennoch funktioniert, ist das Unternehmen oft in Gefahr: Als ich persönlich als Mitarbeiter in einem Unternehmen zuletzt echte Teamarbeit erlebt habe, haben wir am Ende eines Projekts geschlossen das Unternehmen verlassen, um eine eigene Firma zu gründen. Mit Erfolg! Die Zusammenarbeit hat „ja so gut funktioniert“. Aber das kann nicht das Ziel eines Unternehmens sein, gute Zusammenarbeit zu fördern, um dann gleich einen ganzen Schwung an Mitarbeiten zeitgleich zu verlieren.

Für Unternehmen ist es deshalb sinnvoll, Teamarbeit für die Entwicklung von Innovationen zwar zu fördern, aber auf kontrollierte Art und Weise. Führungsmitarbeiter außerhalb eines Teams müssen die sozialen Dynamiken verstehen, die innerhalb von Teams passieren und hinterfragen, ob diese dem eigentlichen Unternehmenszweck dienen. Dazu müssen die Führungsmitarbeiter Teams nicht nur „laufen lassen“, sondern intensiv mit allen Teammitgliedern kommunizieren, um die soziale Einbettung des Teams in das Unternehmen zu stärken. Nur so können die Vorzüge eigenständiger Teams genutzt, aber auch die Integration von Teams in das Unternehmen gestärkt werden.

- Bernhard Doll

Prototyping und soziale Interaktion

Im Oktober 2009 erscheint mein Buch mit dem Titel "Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse" im Buchhandel (Gabler Verlag, Reihe "Markt- und Unternehmensentwicklung", ISBN 978-3-8349-1943-4).

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Aus dem Inhalt:
"Die Gründung wachstumsorientierter Unternehmen beruht auf der Zusammenarbeit mehrerer Akteure. Gründer stehen damit vor der Herausforderung, leistungsfähige Interaktionsprozesse sowohl innerhalb eines Gründerteams als auch mit ihrer Umgebung aufzubauen. Anhand einer empirischen Untersuchung zeigt Bernhard Doll, wie Prototyping als iterativer Entwicklungs- und Lernprozess die Qualität sozialer Interaktionsprozesse bei Gründerteams, wie z.B. die Kommunikation, Koordination und Kohäsion, nachhaltig beeinflussen kann, damit diese schneller zum Erfolg kommen."

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- Bernhard Doll

"Model your team"

Die Gründung von wachstumsorientierten Unternehmen ist Teamsport. Doch es fehlt immer noch an Methoden, leistungsfähige Gründerteams zu entwickeln. Erste wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse liefern dabei einen interessanten Anknüpfungspunkt, wie durch Prototyping als iterativer Entwicklungs- und Lernprozess, soziale Interaktionsprozesse bei Teams allgemein beeinflusst werden können. In einer qualitativen Studie im universitären Umfeld habe ich daher untersucht, welchen Einfluss Prototyping auf die Qualität sozialer Interaktionsprozesse (z.B. Kommunikation, Koordination, Kohäsion) auch im speziellen Kontext von Gründerteams hat. Die Ergebnisse liefern einen neuen Einblick in die soziale Dynamik von derartigen Teams, die nicht nur innovative Produkte und Dienstleistungen, sondern mit eigenem Risiko ein ganzes Unternehmen als neue Organisation aufbauen wollen.

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Die gesamte Studie wird im Oktober als Buch im Gabler Verlag veröffentlicht.

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