Social Prototyping

The social side of prototyping

Archiv für Storytelling

Randnotiz: Das Groteske des Kollektiv

Es gibt zahlreiche Dinge in unserem Leben, die uns aus einer individuellen Perspektive viel Freude bringen. Dazu gehören vielleicht in den Urlaub fahren, Skifahren, Fussball schauen, ein schönes Steak essen, etc. Doch was passiert, wenn diese Tätigkeiten sehr sehr viele Menschen zur selben Zeit (und manchmal auch am selben Ort) tun? Eine Vielzahl dieser Dinge wirken als Kollektiv grotesk. Oder hören Sie sich doch mal die Staumeldungen am exakt ersten Urlaubstag der bayerischen Sommerferien an (z.B. A8 -> Salzburg), schauen Sie sich Skipisten beliebter Skigebiete im Sommer an, oder lesen Sie Statistiken über das CO2-Problem unseres enormen Fleischkonsums? Das Problem dabei ist, dass wir Menschen sehr wohl individuelle und kurzfristige Kosten einer Aktivität und deren individuellen und kurzfristigen Nutzen gegeneinander abwägen können, um zu entscheiden, ob eine Aktivität für uns sinnvoll ist oder nicht. Wo wir allerdings Schwierigkeiten haben ist, kollektive und langfristige Wirkungen unseres Handelns abzuschätzen. Doch es ist dringend notwendig, dass wir beginnen, uns dieser kollektiven und langfristigen Wirkungen bewusst zu machen, um etwa globale Umweltprobleme in den Griff zu bekommen.

Ich verfolge deshalb schon seit Längerem den Gedanken, in meiner Freizeit ein kleines Buch zu schreiben, in dem eine Reihe von Kurzgeschichten aus dem Alltag mit einem ganz bestimmten Aufbau beschrieben sind: Im ersten Teil beginnt jede Geschichte aus einer individuellen Perspektive, eine uns lieb gewonnene Aktivität unseres Lebens zu beschreiben: Etwa eine vierköpfige Familie, die so schnell wie möglich (erster Urlaubstag der Sommerferien) aus ihrer engen Stadtwohnung in ihren heiß ersehnten Urlaub fahren will. Der zweite Teil kontrastiert nun die individuelle Perspektive mit der kollektiven Perspektive und beschreibt zur selben Zeit den Alltag eines ADAC-Straßenengels, der ausgetrockneten Urlaubern in einem 60 km langen Stau kühle Getränke bringt oder leere Tanks mit Benzin auffüllt. Im dritten Teil sollen beide Geschichten reflektiert und Lösungen aufgezeigt werden, wie man speziell die kollektive Wirkung des Handelns Menschen auf verständliche Weise näher bringen kann, damit wir verstehen, was passiert, "wenn etwas Schönes alle tun" – es wird grotesk. Die Idee ist dabei nicht, Menschen anzuprangern, sondern zu zeigen, wie wir unsere Perspektive zunehmend auf das Kollektiv (als System) richten müssen, um unser Handeln zu bewerten.

Sollte jemand Lust haben, eine Kurzgeschichte für ein derartiges Büchlein zu schreiben, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, einige spannende Geschichten zusammen zu tragen, damit das Groteske des Kollektiv in Zukunft nicht weiter Überhand behält.

Film ohne Worte: Where is Matt?

…aber mit viel Aussage!

ps: Richtig interessant finde ich die Geschichte, die Matt auf seiner Homepage erzählt, wie diese durchaus ungewöhnliche aber sehr erfolgreiche Idee entstanden ist. Es ist wohl leicht nachzuvollziehen, dass Matt dafür nicht eines Tages in der Dusche stand und sich dachte: "Ach, ich möchte um die Welt reisen und an jedem Ort einen albernen Tanz aufführen. Das klingt doch nach einer guten Idee!" Matt brauchte annähernd zwei Jahre die Idee für sich zu entwickeln, zu "sozialisieren" und umzusetzen (Lecture 1, ab 6:12 min.). Triebkräfte dafür waren seine unbefriedigende persönliche Situation, zahlreiche Interaktionen mit anderen Menschen (z.B. Feedback) und Prototypen. Aus meiner Sicht kann man hier wunderbar sehen, wie sich die Bedeutung von neuen Ideen auf natürliche Weise entwickelt. Durchaus anders zu dem, was man meist darüber in Lehrbüchern für Innovationsmanagement liest ;-). Check it out!

"Shared spaces" und Open Innovation

Anne-Katrin Neyer und ich haben für den Tagungsband des 2.
 Zukunftsforums
 des
 Bundesministeriums 
für 
Bildung 
und 
Forschung
(BMBF),
 "Innovationsfähigkeit:
 Arbeiten
 – 
Lernen 
– 
Kompetenzen
 entwickeln",
 in Berlin einen kurzen Artikel über "Shared spaces zur Kommunikationsunterstützung in offenen Innovationsprozessen" veröffentlicht.

The Crisis of Credit

Wer eine leicht verständliche Erklärung sucht, warum das Wort "Finanzkrise" in diesen Tagen nahezu jedes Titelblatt unserer Tageszeitungen schmückt, dem sei folgende Erklärung empfohlen:

Teil 1:

Teil 2:

The Girl Effect

In einer Session des diesjährigen "World Economic Forum" in Davos wurde die Initiative “The Girl Effect” (Nike, Maria Eitel, UN) vorgestellt. Die Initiative unterstützt junge Mädchen in Entwicklungsländern. Dabei wurde zu Beginn der Session ein Film gezeigt, der nicht nur illustriert, welche besondere Rolle Mädchen bei der nachhaltigen Entwicklung armer Länder haben können, sondern welche enorme Wirkung "storytelling" auf Zuhörer ausübt.

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