Social Prototyping

The social side of prototyping

Archiv für Prototyping

Pr(e)totyping à la Google

Unter dem Slogan “Make sure your are building the right ‘it’ before you build ‘it’ right” haben Alberto Savoia & Patrick Copeland von Google zusammen mit Jeremy Clark ihren ganz eigenen Begriff für Social Prototyping geprägt: Pretotypes – also Prototypen vor (pre) dem eigentlichen Protypen – sollen mit einfachsten Mitteln die Nutzung und Akzeptanz eines neuen Produkts oder Services testen. Wir kennen solche Pretotypes seit Jahren unter Begriffen wie “3r-Prototypes”, Design-Prototypen oder als Papier-Prototypen:

© Palm, via pretotyping.org

Interessant sind jedoch die Thesen, die sie zu ihrem “Pretotyping Manifest” zusammengefasst haben:

  • innovators beat ideas
  • pretotypes beat productypes
  • building beats talking
  • simplicity beats features
  • now beats later
  • commitment beats committees
  • data beats opinions

…und das sehen wir ganz genauso!

LEGO Serious Play: Open Source

Die von LEGO selbst entwickelte Methodik “Serious Play”, zur Entwicklung von Strategien und Teams und Organisationen, wurde Ende des Jahres 2010 unter eine Open Source Lizenz gestellt. Das heißt, nicht nur von LEGO ausgebildete Trainer (wie bisher) dürfen offiziell LEGO Serious Play Workshops durchführen und die entsprechenden LEGO Kits beziehen, sondern jedermann.

Auf der Homepage www.seriousplay.com kann weiter eine kleine Einführungsbroschüre geladen werden, in der die wichtigsten Prinzipien für die Gestaltung von LEGO Serious Play Workshops erklärt sind.

UI Stencils: Zeichenschablonen für iPhone & Co.

Die Firma Design Commission vertreibt Schablonen (UI Stencils), mit denen auf Papier Benutzeroberflächen für iPhones, iPads, Webrowser und Android-Handys gezeichnet werden können. Dazu gibt es passende Zeichenblöcke mit den Umrissen der entsprechenden Geräte, um schnell ans Werk gehen zu können.

ps: Eine kostenlose Version für vorbedrucktes Papier mit Browserfenster (für Wireframing) kann auch hier geladen werden…

Prototyping als planbarer Prozess

Dass Prototyping eine sehr effiziente Vorgehensweise sein kann, um in einem Umfeld von Komplexität und Unsicherheiten neue Produkte, Services oder Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist in vielen Geschäftsbereichen kein Geheimnis mehr. Dennoch kann ich manchmal beobachten, dass Form und Funktion von Prototypen nicht immer bewusst geplant und umgesetzt werden, sondern per Zufall entstehen. Ständiges Ausprobieren und Lernen sollten aber nicht mit planlosem Vorgehen verwechselt werden. Vielmehr bedarf jeder einzelne Entwicklungszyklus beim Prototyping ein sehr behutsames Planen und Vorausschauen, um möglichst effizient bestehende Entwicklungsfehler zu reduzieren oder Neues zu lernen. In einem früheren Artikel habe ich ein sog. “Prototyping-Framework” vorgestellt, welches geübten wie weniger geübten Innovatoren helfen soll, Modelle und Prototypen im Vorfeld eines Entwicklungszyklus zu beschreiben. Ich möchte an dieser Stelle ein Update dieses Frameworks vorstellen:

Kern dieses Frameworks ist es, jegliche Arten von Modellen und Prototypen (= visuelle Abbildungen) nach sechs Dimensionen zu charakterisieren. Das Framework soll bei der Planung eines Entwicklungszyklus helfen, Prototypen so zu entwickeln, dass ein bestimmter Zweck unter Beteiligung bestimmter Akteure (= Menschen) und einem definierten Kontext erfüllt werden kann. Die sechs Dimensionen sollen dabei Antwort auf die folgenden Fragen geben:

  • Umfang: Wie viele Aspekte des Originals (= Idee, Konzept) sollen in einem Prototyp abgebildet werden?
  • Auflösung: Wie detailliert sollen diese Aspekt in einem Prototyp abgebildet werden?
  • Bedeutung: Haben die abgebildeten Aspekte eine realitätsnahe oder metaphorische Bedeutung?
  • Änderbarkeit: Wie flexibel ist der Prototyp gebaut, dass er auch schnell in einer Teamsituation wieder veränderbar ist?
  • Materialität: Wird der Prototyp heute mit “Material” gebaut, das dem späteren “Material” ähnelt?
  • Lebensdauer: Wie lange soll der Prototyp in Benutzung sein?

Abhängig von den Antworten auf diese Fragen kann z.B. ein innovatives Servicekonzept auf ganz unterschiedliche Weisen als Modell oder Prototyp abgebildet werden. In der Praxis passieren diese Überlegungen bei vielen Innovationsexperten oft implizit und intuitiv. Für weniger geübte Innovatoren und Prototyper ist es jedoch eine Grundvoraussetzung, sich dessen bewusst zu machen, um die vielen Vorteile von Prototyping im Innovationsmanagement tatsächlich ausnützen zu können.

- Bernhard Doll

Literatur zu Social Prototyping

Über die Wechselwirkung von Prototyping auf unterschiedliche Formen sozialer Interaktionsprozesse (z.B. Kommunikation, Koordination, Kohäsion) wurde in der praktischen wie wissenschaftlichen Literatur schon viel veröffentlicht. Eine systematische Auflistung einer Vielzahl dieser Veröffentlichungen findet sich in dem Buch “Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse” von Bernhard Doll, der hier geladen werden kann.

Doll, B. (2009): Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse, Wiesbaden: Gabler Verlag.

Buch hier bestellen…

GUI Magnete: Secrets of the Unplugged

Wer grafische Benutzeroberflächen für Software in Teams entwickeln oder diskutieren will, sollte einen Blick auf das Produkt guimags einer kleinen Firma in den USA werfen. Das Produkt ist eine Sammlung von 100 kleinen Magneten in unterschiedlichen Formen, mit denen kollaborativ ganz einfach Benutzeroberflächen an Whiteboards modelliert werden können.

Ein sehr ähnliches Produkt sind die GUI Magnets

- Bernhard Doll

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