Social Prototyping

The social side of prototyping

Archiv für Lego

LEGO Theme-Sets

Welches Material benötige ich für einen LEGO-Workshop? Wie bereits erwähnt, steht die Methode “LEGO Serious Play” zur Entwicklung von Strategien, Teams und Organisationen seit letztem Jahr unter einer Open Source Lizenz. Von LEGO speziell zusammengestellte Mischungen an Steinen können seither von jedermann aus Billund bestellt werden.

Unserer Erfahrung nach macht es jedoch Sinn, diese Sets um weitere Steine zu ergänzen und für Workshops im professionellen Umfeld vorzusortieren. Wir stellen solche Sets je nach Fragestellung des Kunden zu unterschiedlichen Kombinationen zusammen:

Beispiel: People & Money

Beispiel: Connections

Beispiel: Metaphors

Die Zusammenstellung soll Teilnehmern von Workshops erleichtern, 3D Modelle von z.B. Kundenszenarien, Servicekonzepten, “Customer Journeys”, Wertschöpfungsketten oder Geschäftsmodellen in sehr kurzer Zeit zu entwickeln und metaphorisch “aufzuladen”. Denn gerade hier liegt die besondere Stärke von Lego als Innovationswerkzeug.

Agile Games 2011

Vom 14.-16. April 2011 findet die diesjährige Agile Games Conference 2011 (Learn. Share. Play!) im Microsoft NERD Center (Cambridge, USA) statt:

“The Agile Games conference is an exploration of how concepts like serious play, collaboration, and experiential learning apply to the field of Agile software development and project management. Our theme for this year is “Learn. Share. Play!” More than a conference, this will be an experience where attendees will be able to learn new concepts, then immediately share and experiment with other professionals. Forget death by PowerPoint. Every single session we offer will be interactive, hands on, and – dare we say – fun! Whether you’re new to Agile, a capable practitioner, or a seasoned veteran, this conference has something for you.”

Jacquie Lloyd Smith wird am zweiten Konferenztag für Teilnehmer auch eine LEGO Serious Play Session anbieten.

LEGO Serious Play: Open Source

Die von LEGO selbst entwickelte Methodik “Serious Play”, zur Entwicklung von Strategien und Teams und Organisationen, wurde Ende des Jahres 2010 unter eine Open Source Lizenz gestellt. Das heißt, nicht nur von LEGO ausgebildete Trainer (wie bisher) dürfen offiziell LEGO Serious Play Workshops durchführen und die entsprechenden LEGO Kits beziehen, sondern jedermann.

Auf der Homepage www.seriousplay.com kann weiter eine kleine Einführungsbroschüre geladen werden, in der die wichtigsten Prinzipien für die Gestaltung von LEGO Serious Play Workshops erklärt sind.

„Virtual Reality“ mit haptischen Geschäftsmodellen

Bei einem Kundenprojekt hatte ich jüngst die Herausforderung, mit Mitarbeitern in einem Workshop das Thema Kundenorientierung in einem komplexen Serviceszenario zu diskutieren. Wir haben dazu einen eher ungewöhnlichen Ansatz gewählt, um Mitarbeiten zu verdeutlichen, wie Kunden einen angebotenen Service “sehen”. Wir haben dazu das Geschäftsmodell des Services als haptisches Modell abgebildet. Das Modell bestand im Wesentlichen aus zwei Bereichen: Kunde/Angebot (Kundensicht) und Organisation/Netzwerk (Mitarbeitersicht).

Durch diese Struktur hatten die Mitarbeiter nun die Gelegenheit, ihren eigenen Service von unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten: Zum einen aus ihrer eigenen Mitarbeitersicht (in dem sie sprichwörtlich von “hinten” auf das Modell blickten), aber auch aus Sicht des Kunden, wenn wir das Modell um 180 Grad drehten. Durch die Räumlichkeit haptischer Modelle werden automatisch – in Abhängigkeit der gewählten Perspektive – Elemente im Modell kleiner oder größer, wichtiger oder unwichtiger. Es verschieben sich Prioritäten und mögliche Handlungsfelder zur Verbesserung des Services. Und das nur, weil wir auf ein haptisches Modell von verschiedenen Seiten sehen. Ein wunderbares Ergebnis für einen Zeitaufwand von max. 3 Stunden!

Am Ende haben wir das Modell mittels QTVR (Quicktime VR) gefilmt und einen virtuellen Film erstellt, mit dem Mitarbeiter ihr Servicemodell auch auf Ihrem PC ganz einfach mit ihrer Maus drehen und in unterschiedliche Bereiche zoomen können.

Hier sind einige Impressionen zu QTVR mit haptischen Modellen (leider kann ich den QTVR-Film hier nicht veröffentlichen):

Kundensicht:
Screen shot 2009-10-22 at 09.16.32 (2)

Mitarbeitersicht (Drehung um 180 Grad):
Screen shot 2009-10-22 at 09.16.42 (2)

Prozess der Wertschöpfung (Drehung um 90 Grad):
Screen shot 2009-10-22 at 09.35.34 (2)

Zoom in das Modell:
Screen shot 2009-10-22 at 09.17.06 (2)

Service blueprints mit Lego (Teil 2)

Teil 1 | Teil 2

Soweit so gut. Es stellt sich mir jedoch die Frage, in wieweit es gelingen mag, mit einer mechanistischen Abfolge bunter Kästchen komplexe Serviceprozesse als unvergessliche Kundenerlebnisse (siehe auch Pine/Gilmore (1999): "Experience Economy") facettenreich abzubilden. Eine andere Möglichkeit, Serviceprozesse in einer deutlich detailreicheren Art darzustellen, bietet Lego.



Lego Service



Lego hat durch seine enorme Kombinationsvielfalt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, Prozessschritte mit unterschiedlichen Akteuren (teils metaphorisch, teils realitätsnah) in 3D abzubilden und selbst Beziehungen zwischen Akteuren physikalisch herzustellen. Weiter können derartige Modelle von nahezu jedermann (egal mit welchem fachlichen Hintergrund) in einer Büroumgebung ganz leicht gebaut und neue Ideen "in Echtzeit" in das Modell integriert werden. Andere Arten der Visualisierung (z.B. Photos, Workflows, Personas) können das Modell weiter anreichern. Kombiniert man nun die konzeptionelle Idee der service blueprints mit der enormen Leistungsfähigkeit von Lego als Innovationswerkzeug, können holistische Bilder selbst komplexester Serviceprozesse quasi "spielend" abgebildet werden.

In einem Innovationsprojekt mit der Siemens AG im letzten Jahr wurde diese Methodik bereits eingesetzt und hat sich wunderbar bewährt, um komplexe IT-Serviceprozesse darzustellen, zu optimieren und mögliche Innovationspotenziale offen zu legen.

Service blueprints mit Lego (Teil 1)

Teil 1 | Teil 2

Service blueprints sind ein seit vielen Jahren bewährtes Werkzeug im Service Marketing, um Serviceprozesse zu visualisieren (Shostack, 1984). Zeithaml und Bitner (2000) beschreiben diese als visuelle Abbildungen "that accurately portrays the service system so that the different people involved in providing it can understand and deal with it objectively regardless of their roles or their individual point of view". Bitner (2007) weißt an anderer Stelle daraufhin, wie service blueprints gerade bei komplexen Serviceprozessen helfen können, mentale Modelle der Beteiligten abzugleichen. D.h. damit kann sichergestellt werden, dass alle Beteiligten von dem gleichen Serviceszenario sprechen und nicht unterschiedliche Bilder im Kopf haben.



service_blueprint2



Wie die Abbildung schematisch zeigt, bilden Service blueprints Serviceprozesse dabei grundsätzlich auf zwei Dimensionen ab: Auf der horizontalen Achse wird die chronologische Abfolge von Aktionen als farbige Kästchen abgebildet, auf der vertikalen Achse unterschiedliche Bereiche der Aktionen (z.B. Kunde, Servicemitarbeiter, Backoffice).

Teil 2: Bitte weiterlesen…

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