Social Prototyping
The social side of prototypingArchiv für Entrepreneurship
Seminar “Business Design”
Geschäftschancen finden, Geschäftsmodelle visualisieren, Innovationsteams entwickeln, und “schlanke” Produkte implementieren: Das sind einige der Themen, die Bernhard Doll vom 17.-24.05.2011 im Seminar “Business Design” an der TU München diskutieren wird. Das Seminar ist Teil des Executive MBA-Programms “Innovation & Business Creation” der TU München und Handelshochschule Leipzig (HHL), das vor Kurzem in das neue Semester gestartet ist.
Einige Folien aus dem Seminar können unter folgenden Links geladen werden:
The Foundation of Entrepreneurship
Für alle bestehenden und potenziellen Unternehmer möge die folgenden Präsentation zum Thema “The Foundation of Entrepreneurship” eine Inspiration und Quelle für Gedankenanstöße sein:
Folien zum Seminar “The Foundation of Entrepreneurship” (FH Salzburg, WS 2010, Bernhard Doll).
How to start a new business…
Es ist nicht leicht, innovative Geschäftsmodelle als Gründer umzusetzen: Man braucht erstmal ein vielversprechendes Geschäftsmodell (samt Vision und Strategie), ein schlagkräftiges Team, einen Businessplan mit überzeugender Exec-Summary-Präsentation, natürlich ein entwickeltes Produkt, irgendwann auch definierte Geschäftsprozesse, ein Corporate Design, Marketingmaterial usw. Und um es noch schlimmer zu machen: Viele der einzelnen Aufgaben sind wechselseitig voneinander abhängig: Oder wie will man ein Geschäftsmodell entwickeln, wenn man nicht weiß, welches Produkt ein Team überhaupt in der Lage ist zu entwickeln? Wo fängt man also an, um den Kampf gegen immer länger werdende ToDo-Listen und Arbeitstage (egal ob mit oder ohne „Getting Things Done“-Prinzip) aufzunehmen?
Obwohl ich persönlich von „Good Business Practices“ (gelinde gesagt) gar nichts halte, hat sich folgende Strategie für Gründer oftmals sehr bewährt: Gründer sollten in einem ersten Schritt versuchen, in groben Zügen ein Geschäftsmodell sowie ein erstes Produkt- oder Serviceangebot prototypisch zu entwickeln. Das erste Produkt sollte dabei NUR die Features enthalten, die absolut notwendig sind, um den Kern des Geschäftsmodells abzubilden (als Faustregel: Nehme von dem geplanten Funktionsumfang 50% – und davon gleich noch einmal 50% ;-). Eric Ries nennt diese Produkte „Minimal Viable Product (MVP)“.
Die Reduktion auf das Wesentliche hat hier folgende Vorteile:
- Gründer können ihre Ideen schnell in einem realen Marktumfeld testen und lernen, was funktioniert – und was nicht
- Gründer können besser reflektieren, welche Strategie und welches Geschäftsmodell für sich (und ihr Team) geeignet ist
- Gründer können sich und anderen zeigen, dass ihre Ideen funktionieren und damit Motivation und Leidenschaft entfachen
- Gründer sind glaubwürdiger und haben eine deutlich bessere Verhandlungsposition gegenüber Geschäftspartnern und Investoren
Wichtig ist, dass man den entwickelten Kern nach dem ersten Launch in möglichst vielen und schnellen Iterationsstufen stetig verbessert. Denn ein „Minimal Viable Product“ weiß durchaus schon in ersten Ansätzen zu überzeugen, hat aber natürlich noch zahlreiche Schwächen, die vielen Nutzern sofort auffallen und stören können. Die Praxis hat aber gezeigt, dass viele Nutzer in Bezug auf nicht ganz perfekte Produkte und Services (speziell im Internet) schnell verzeihen, sobald mit ihnen ehrlich darüber gesprochen wird, Fehler und Unzulänglichkeiten schnell erkannt und in wahrnehmbaren Schritten verbessert werden. Die aus einem raschen Markteintritt beschriebenen Vorteile überwiegen dabei meist um ein Vielfaches die damit verbundenen Nachteile.
- Bernhard Doll
Creative Enterprise Toolkit
Die Innovationsexperten von NESTA aus London haben eine Methodensammlung unter dem Namen “Creative Enterprise Toolkit” veröffentlicht. Laut Aussagen der Autoren ermöglicht die Lektüre gerade unerfahrenen Unternehmensgründern, die Herausforderungen des Gründungsprozesses besser meistern zu können:
“Starting a business with no experience can be daunting. That’s why we’ve developed the Enterprise Toolkit to help creative individuals take their bright ideas and turn them into successful businesses. Building on our experience [...], the toolkit will provide guidance, activities, downloadable worksheets and case studies to challenge individuals to draw on their creative and personal strengths.”
Vielleicht findet der ein oder andere Gründer hier wertvolle Anregungen…
ps: Manche der Vorlagen und Beschreibungen sind leider sehr generisch und in der Praxis kaum sinnvoll anwendbar. Dennoch lohnt sich ein Blick vor allem auf die sog. “Books” 1-4.
FGF Monographie über Gründungsberatung
In einigen Tagen wird eine neue Monographie des Förderkreises Gründungsforschung e.V. (FGF) zum Thema "Gründungsberatung" erscheinen (Herausgeber: Prof. Klaus Anderseck, Sascha Peters, FernUni Hagen). Anne-Katrin Neyer (Uni Erlangen-Nürnberg) und ich haben dort einen Artikel zum Thema "Gründungsförderung nach dem "learning by doing"-Prinzip: Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse bei Gründerteams" veröffentlicht.

