Praxisseminar Innovationsdesign

Mein Praxisseminar „Innovationsdesign“ an der Universität Erlangen-Nürnberg startet in diesem Jahr am 30. Oktober 2009 und ist offen für alle Studenten der Studiengänge Betriebswirtschaftslehre (Diplom), Wirtschaftsinformatik, Internationale BWL, International Business (Master alt), Sozialwissenschaften, etc. Weitere Informationen dazu auf den offiziellen Seiten des Lehrstuhls Wi1.

Ich freue mich auf viele interessierte Teilnehmer!

Die Folien zum Seminar können hier geladen werden:

Echte Teamarbeit kann gefährlich sein!

Seit mehr als 20 Jahren predigt die Forschung, dass für die Entwicklung von Innovationen „echte“ Teamarbeit ein Schlüssel zum Erfolg ist. Die Praxis sieht leider anders aus: In vielen Unternehmen arbeiten keine Teams, sondern Gruppen, die schlicht für die Organisation von Spezialisierung und Arbeitsteilung in Unternehmen installiert werden und rein auf Effizienz getrimmt sind. Echte Teams verfügen jedoch, über eine eigene Identität, eine eigene Arbeitskultur und eigene Teamziele mit geteilter Verantwortlichkeit für kollektive Arbeitsergebnisse. Katzenbach/Smith (1993) formulieren dies so: „A team is a small number of people with complementary skills who are committed to a common purpose, set of performance goals, and approach for which they hold themselves mutually accountable.“ Ein Team ist also ein Konstrukt, welches (mehr oder weniger) „alles“ hat, was eine selbstständige Organisation braucht. Es ist also in einem betrieblichen Kontext eine Organisation in der Organisation.

Doch warum sollte ein etabliertes Unternehmen Teams als eine quasi selbstständige Organisation in sich selbst zulassen? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin ein großer Verfechter von Teams und Teamarbeit und forsche und lehre selbst auf diesem Gebiet. Doch es gibt auch Schattenseiten der Teamarbeit, die nur selten diskutiert werden: Z.B. gerade wenn in Unternehmen eine Gruppe von Menschen sich zu einem echten Team entwickelt, besteht die Gefahr, dass das Team nicht mehr durch hierarchische Autorität kontrollierbar ist. Das Team geht seinen eigenen Weg und baut sich seine eigene Vision auf, die oftmals mit der des Unternehmens, für das die Teammitglieder eigentlich arbeiten, in Konkurrenz steht. Und es ist oft nicht schwer, als kleines Team eine Vision zu bauen, die für die Teammitglieder (auf den ersten Blick) faszinierend klingt.

Doch es widerspricht dem Mechanismus zur evolutionären Selbsterhaltung eines Unternehmens, dass es wirklich selbstständige Organisationen in der Organisation zulässt. Gegen diesen Mechanismus zu arbeiten – der übrigens nicht mit der formulierten Mission, Vision oder Strategie eines Unternehmens zu verwechseln ist – ist ein Kampf, den es sich als Mitarbeiter nur selten zu kämpfen lohnt. Wenn es dann dennoch funktioniert, ist das Unternehmen oft in Gefahr: Als ich persönlich als Mitarbeiter in einem Unternehmen zuletzt echte Teamarbeit erlebt habe, haben wir am Ende eines Projekts geschlossen das Unternehmen verlassen, um eine eigene Firma zu gründen. Mit Erfolg! Die Zusammenarbeit hat „ja so gut funktioniert“. Aber das kann nicht das Ziel eines Unternehmens sein, gute Zusammenarbeit zu fördern, um dann gleich einen ganzen Schwung an Mitarbeiten zeitgleich zu verlieren.

Für Unternehmen ist es deshalb sinnvoll, Teamarbeit für die Entwicklung von Innovationen zwar zu fördern, aber auf kontrollierte Art und Weise. Führungsmitarbeiter außerhalb eines Teams müssen die sozialen Dynamiken verstehen, die innerhalb von Teams passieren und hinterfragen, ob diese dem eigentlichen Unternehmenszweck dienen. Dazu müssen die Führungsmitarbeiter Teams nicht nur „laufen lassen“, sondern intensiv mit allen Teammitgliedern kommunizieren, um die soziale Einbettung des Teams in das Unternehmen zu stärken. Nur so können die Vorzüge eigenständiger Teams genutzt, aber auch die Integration von Teams in das Unternehmen gestärkt werden.

Prototyping und soziale Interaktion

Im Oktober 2009 erscheint mein Buch mit dem Titel "Prototyping zur Unterstützung sozialer Interaktionsprozesse" im Buchhandel (Gabler Verlag, Reihe "Markt- und Unternehmensentwicklung", ISBN 978-3-8349-1943-4).

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Aus dem Inhalt:
"Die Gründung wachstumsorientierter Unternehmen beruht auf der Zusammenarbeit mehrerer Akteure. Gründer stehen damit vor der Herausforderung, leistungsfähige Interaktionsprozesse sowohl innerhalb eines Gründerteams als auch mit ihrer Umgebung aufzubauen. Anhand einer empirischen Untersuchung zeigt Bernhard Doll, wie Prototyping als iterativer Entwicklungs- und Lernprozess die Qualität sozialer Interaktionsprozesse bei Gründerteams, wie z.B. die Kommunikation, Koordination und Kohäsion, nachhaltig beeinflussen kann, damit diese schneller zum Erfolg kommen."

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Gründungsförderung: Förderlich für Gründer?

Die Landschaft der Gründungsförderung ist in Deutschland so aktiv wie kaum in einem anderen Land. Und das, obwohl (oder gerade weil) die Gründungsraten von Jahr zu Jahr leicht sinken. Die meisten mir bekannten Einrichtungen bieten Gründern in unterschiedlich verpackten Angeboten viele Ressourcen, die Gründer brauchen: Büroräume, Wissen/Erfahrung, Netzwerk und (selten) Geld. Die Reihenfolge spiegelt die Häufigkeit der Angebote in der Praxis wider. Doch was ist von diesen zahlreichen Angeboten aus Gründersicht zu halten?

Als Gründer sollte man sich schlicht überlegen, was die kritischen Ressourcen sind, die man durch Gründungsförderung leichter bekommen kann. Sind es z.B. Büroräume? Wohl kaum. Selbst in München stehen hektarweise Büroflächen leer – auch in zentraler Lage. Und das Argument, dass sich Mieter in einem Gründerzentrum untereinander intensiv austauschen und vernetzen, habe ich noch selten gesehen (schade eigentlich, das wäre ja der große Vorteil). Nachteil dabei ist auch noch, dass man als Mieter in einem Gründerzentrum seinen Besuchern die Botschaft vermittelt: Hallo, ich bin Gründer, habe nicht viel Geld, brauche dringend den Auftrag, hoffe, es gibt mich morgen auch noch… Und das ist mit Sicherheit nicht förderlich für das Geschäft!

Viele Gründungsförderer geben aber nicht nur Räume, sondern beschäftigen auch Experten, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung Gründern aktiv im Gründungsprozess helfen können. Gerade in Deutschland ist diese Art der Förderung sehr häufig zu finden. Was ist davon zu halten? Eine pauschale Antwort kann es hier natürlich nicht geben. Gerade für ganz junge Gründer sind diese Angebote aber oftmals Gold wert. Warum Fehler machen, die andere schon gemacht haben? Es kommt hier nur darauf an, welches Wissen wie vermittelt wird. Oftmals versuchen Gründercoaches ihre persönlichen „best practices“ an den Mann und die Frau zu bringen. Das mag manchmal für den Zuhörer interessant sein, aber ist nicht immer hilfreich. Denn jede Gründung verläuft anders und ist natürlich stark von den Gründern geprägt. Was für den einen in der Vergangenheit funktioniert hat, muss für den anderen in der Zukunft noch lange nicht funktionieren. Sinnvoller wäre es daher, Gründern den Umgang mit Komplexität und Unsicherheiten zu lehren, und wie es sich „anfühlt“, Gründer zu sein. Den Rest lernt man im Alltag!

Darüber hinaus gibt es einen weiteren potenziellen Nachteil, wenn man zu Beginn des Gründungsprozesses zu viel weiß. Erlauben Sie mir dazu eine kleine Analogie: Stellen sie sich vor, ein Paar spielt mit dem Gedanken, vielleicht bald Nachwuchs auf die Welt zu setzen. Ganz sicher sind sie aber noch nicht. Deshalb liest das Paar schon seit Monaten Ratgeberhefte, bespricht mit Eltern oder Freunden, wie es mit einem Kind ist, wie sich der Alltag verändert, was alles schief gehen kann, worauf man achten sollte, wann der „richtige“ Zeitpunkt ist, usw. Meinen sie, ob diese Art der Vorbereitung den Wunsch des Paares für Nachwuchs stärkt oder schwächt? Es besteht die einfach Gefahr, dass man am Anfang zu viel weiß und dann den wichtigen Schritt nicht mehr geht. Der französische Philologe und Jurist Jean Duché wusste schon vor einiger Zeit, dass „ein Mangel an Erfahrung veranlasst die Jugend zu Leistungen, die ein erfahrener Mensch niemals vollbringen würde“.

Studien in Kanada haben dabei gezeigt, dass klassische Wissensvermittlung in der Gründungsförderung natürlich den Teilnehmern „Wissen vermittelt“, aber dadurch die Zahl der Gründungen verringert. Die Demut vieler Teilnehmer vor der Komplexität des Gründungsprozesses war am Ende einfach zu groß! Das muss aber nicht zwangsweise schlecht sein. Schließlich muss nicht jede Person, die ein Gründungsseminar besucht hat, gleich ein eigenes Unternehmen gründen. Nur sollte man sich dafür hüten zu glauben, dass diese Demut gerade die entwickeln, die eh nicht das Zeug zu einem erfolgreichen Gründer hätten. Die üppige „Bugwelle“ haben oftmals andere.

Die aus meiner Sicht wertvollste Ressource bei vielen Gründungsförderern ist das Netzwerk: Vielfach sind solche Einrichtungen in große Förderungsinitiativen eingebettet, die Bund oder Länder betreiben und demnach über ein groß angelegtes Netzwerk in die Wirtschaft, Forschung und Politik verfügen. Das kann für Gründer einen richtigen Wettbewerbsvorteil ausmachen, schnell einen ersten möglichen Kunden zu kennen, Kontakt zu Forschung aufzubauen oder sich politisch in wichtigen Kreisen zu positionieren. Habe das vielfach erlebt, wie Gründerzentren hier so manchen Gründer einen richtigen Turbo verpasst haben. Leider vermarkten viele Einrichtungen ihr Netzwerk nicht als Angebot, weil von den Betreibern nicht verstanden wird, das dies eine so wesentliche Ressource für Gründer ist.

Aber ich denke, dass die Zeit zeigen wird, dass Gründungsförderung dann am besten funktioniert, wenn man interessante Menschen nicht nur schlauer macht und sie zur Gründung „trägt“, sondern ihnen Gelegenheit gibt, sich selbst und ihre Geschäftsidee zu reflektieren, sich zu vernetzen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Das ist dann wie ein kleines Ökosystem nach den Regeln der Evolution und die Art der Gründungsförderung, die in vielen Teilen der USA (z.B. Silicon Valley) seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird. Einige Gründerzentren setzen auch schon verstärkt auf diese Art der Förderung, was der deutschen Gründerszene nur gut tun wird.

14 practical ways to use Evernote

Guy Kawasaki schreibt auf openforum.com, wie der Webservice Evernote viele kleine und große Alltagsprobleme ganz einfach lösen kann (Evernote ist ein großartiges Archivierungssystem, mit dem Nutzer Informationen über eine Desktop-Anwendung, aber auch über den Webbrowser und das Mobiltelefon Text-, Audio- und Videoinformationen ganz einfach sammeln und auf einem zentralen Server speichern können).

Ich nutze den Service z.B. gerne dazu, in Workshops Photos von Flipcharts, Whiteboards, Modellen etc. zu nehmen und diese in Echtzeit auf meinem Laptop zu kopieren, um sofort wieder damit arbeiten zu können. So können Sie z.B. den historischen Verlauf bei der Entwicklung von Modellen und Prototypen von Teams dokumentieren und diesen dem Team noch im Workshop visuell wiederspiegeln. In manchen Situationen ein wirkungsvoller Effekt!

Deshalb für alle, die Evernote genauso gerne nutzen wie ich, gibt dieser Artikel vielleicht neue Inspirationen!

A song about innovation

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