Social Prototyping

The social side of prototyping

Warum Firmen mit neuen Geschäftsmodellen scheitern

In einem interessanten Artikel haben sich Koen et al mit der Frage beschäftigt, warum bestehende Firmen mit Geschäftsmodellinnovationen so oft scheitern. Prominente Beispiele sind Canon, Sony und HP, die zwar über genügend Markverständnis, Geld und Wissen verfügen um neue Geschäftsmodelle zu etablieren, aber dennoch keinen Erfolg mit ihnen hatten. Es sind meist neu gegründete Unternehmen, die im Bereich Geschäftsmodellinnovation erfolgreich sind.

Die Autoren versuchen den Gründen auf die Schliche zu kommen indem sie Innovationen anhand drei Achsen kategorisieren:

  • die Technologieachse unterscheidet inkrementelle und radikale Innovationen
  • die Netzwerkachse reicht von bestehenden Netzwerken über Netzwerke mit neuen Kunden bis zu Netzwerken mit Kunden, die noch gar nicht wissen, dass sie Kunden sind
  • die dritte Achse ist die Höhe der finanziellen Hürde, die Innovationsprojekte nehmen müssen

Koen und seine Kollegen belegen ihre Kategorien mit diversen Beispielen und kommen zu dem Schluss, dass Geschäftmodellinnovationen etablierte Unternehmen vor Herausforderungen stellen, die bei der Planung solcher Projekte zu gern vergessen werden. Neue Geschäftsmodelle erfordern (fast immer) ein Umdenken in der Unternehmenskultur, Entwicklung neuer Fähigkeiten und neuen Wissens!

Business Model Patterns

Ich tausche Geld gegen ein Produkt – so sahen in der Vergangenheit die meisten Geschäftsmodelle aus. Doch immer mehr Konzepte um Geld zu verdienen lassen sich nicht in dieses Schema pressen. Oder was ist bei Xing oder Facebook das Produkt, das gegen Geld den Besitzer wechselt? Trotz aller Vielfalt von möglichen Geschäftsmodellen lassen sich alle in eines von sieben Patterns einordnen. Rita McGrath nennt sie Classic, Advertising, Promotion, Barter, Subsidy, Freemium und Gratis. Alle beschreiben den Austausch zwischen Kunden und Anbieter – jedoch in verschiedenen Varianten. Aber mehr als sieben gibt es (noch) nicht – glauben wir!

Lightweight, high-impact business experimentation

Michael Schrage, Fellow am MIT und Autor des Prototyping Standardwerks ‘Serious Play‘, zeigt mit seinem neuen 5x5x5-Ansatz einen Weg zum Finden und Umsetzen radikaler Innovationen. Kernidee sind kleine und agile Teams, die mit einem Minimum an Zeit und Geld eine Reihe von Experimenten zu Business-Fragestellungen durchführen und dabei im Wettbewerb zueinander stehen. Neben der großen Chance auf erstklassige Ergebnisse betont Schrage vor allem die positive Wirkung auf die Innovationskultur einer Organisation.

Der Originalartikel findet sich unter www.europeanfinancialreview.com/?p=2833, das zugehörige Buch ist allerdings erst für Ende nächsten Jahres geplant.

Trends Map 2010+

Futurist und Buchautor Richard Watson stellt auf seiner Homepage eine Reihe gut gemachter Visualisierungen von Trends und zukünftigen Technologien zum Download bereit. Das „next big thing“, das die Welt verändert wie einst Innovationen von Mercedes Benz, Linde, IBM, und aktuell Google, Facebook und Twitter hat Richard auf seinen visuellen Karten bestimmt schon verzeichnet. Nur was ist es?

TEDx Munich Konferenz am 07.06.2011

Auch in diesem Jahr findet wieder eine der legendären TEDx Konferenzen in der Münchner Tonhalle (Kultfabrik) statt. Dabei sind wieder eine Reihe exzellenter Redner mit von der Partie, die in Kurzvorträgen faszinierende Ideen, Entwicklungen oder Trends vorstellen. Darüber hinaus soll es eine „Poster-Session“ geben, zu der alle geladenen Teilnehmer ein Postervorschlag zu einem selbst gewählten Thema einreichen können. Die besten 10 Vorschläge werden prämiert und während der Konferenz vor dem gesamten Auditorium vorgestellt.

Weitere Informationen unter http://www.tedxmunich.com.

Innovation Treasure Hunt

Der derzeit wohl visuell ansprechendste Innovationsprozess stammt aus den Niederlanden: Hinter der FORTH innovation method stecken im Grunde nur die 5 Schritte

  1. Full Steam Ahead (Projektbrief, Team und Setup)
  2. Observe & Learn (Trendanalyse und Kundenbeobachtung)
  3. Raise Ideas (Kreativitätstechniken)
  4. Test Ideas (Kundenfeedback)
  5. Homecoming (Review und Business Case)

Statt dröger Stage-Gate-Grafik verpacken die Macher das Ganze jedoch in eine Landkarte und zeigen damit einmal mehr, dass mit der richtigen Visualisierung abstrakte Themen auf einmal greifbar und emotional erlebbar werden (unbedingt klicken & vergrößern):

Buchempfehlung zur Visualisierung mit Landkarten:
Jean Klare: Atlas der Erlebniswelten (Eichborn Verlag)

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